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| Sportmedizinkurs der Orthopädie Harthausen
(verfasst am 27.08.2008)
Die steigende Freude der Deutschen an neuen Sportarten hat auch Folgen für die Ärzte. Sie müssen ab August mehr Stunden büffeln und eine Abschlussprüfung machen, um den Titel „Sportmediziner“ tragen zu dürfen. „Sportarten wie Klettern, Canyoning, Beachvolleyball oder Kite-Surfen werden immer beliebter“, berichtet der leitende Arzt der Orthopädie Harthausen, PD Dr. Vladimir Martinek. „Dadurch ist insgesamt die Verletzungsgefahr bei Freizeitsportlern größer geworden. Für Sportmediziner brauchen wir deshalb eine ausgedehntere Weiterbildung. Im Medizinstudium wird dieser Teil der Ausbildung vernachlässigt.“ Martinek und sein Kollege Dr. Eberhard Mayer aus Traunreut haben auf diese Entwicklung reagiert. Die Orthopäden richten zweimal im Jahr einen Sportmedizin-Kurs in Ruhpolding aus. Mediziner und Physiotherapeuten bekommen dort nicht nur graue Theorie in Seminaren und Workshops vermittelt. Sie testen die Sportarten auch selbst aus. Beim Sommerkurs in Ruhpolding standen Beachvolleyball, Golf, Mountainbike-Fahren, Sommer-Biathlon und Fußball auf dem Programm im Praxisteil. Besonders beim Beachvolleyball spürten die Teilnehmer die Anstrengung am eigenen Leib. „Dieses Spiel ist nichts für Menschen mit Problemen in Knie und Hüfte“, erläutert Mayer. „Denn die schnellen Bewegungen im Sand erfordern viel Kraft.“ Mayer rät allen Freizeitsportlern, beim Beachvolleyball erst mit einer größeren Mannschaft zu beginnen. „So bekommt man ein Gefühl für das Zuspielen der Bälle und allmählich Kondition. Nur wer gut trainiert ist, sollte das Spiel zwei gegen zwei beginnen.“
Die meisten Verletzungen registrieren Sportmediziner nach wie vor bei Hobby-Fußballspielern. „Es ist einfach ein sehr beliebter Sport, und wenn es Mann gegen Mann geht, ist die Verletzungsgefahr besonders groß“, erklärt Dr. Martinek. Die gute Mischung aus Theorie und Praxis bei seinem Sportmedizin-Kurs ist ein Grund dafür, dass die Zahl der Teilnehmer zunimmt. Beim Sommerkurs waren es 60 Mediziner und Physiotherapeuten, die vier Tage lang die Schulbank drückten. Bei den Vorträgen standen unter anderem die Themen Sport und Asthma, Sport im Kindesalter, Sport mit Endoprothesen, Sportverletzungen am Fuß und das Polytrauma im Sport auf der Tagesordnung. Der nächste Kurs findet Anfang 2009 statt. Dann werden die Teilnehmer wieder Wintersportarten testen. Biathlon-Legende Fritz Fischer persönlich wird dann die Technik und die Erfolgsgeheimnisse in seiner Sportart demonstrieren und den Teilnehmern nahe bringen. Informationen über das Programm und die Anmeldung gibt es im Internet unter www.sportmedizinkurs.de |