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Sportmedizinkurs der Orthopädie Harthausen

Helmpflicht auf Skipisten gefordert

(verfasst am 28.01.2009)

Sportmedizin-Kurs der Orthopädie Harthausen in Ruhpolding

Bad Aibling/Ruhpolding 27.01. 2009– Eine Helmpflicht auf Skipisten ist nach Ansicht von Sportorthopäden wünschenswert. „Die Zahl von schweren Unfällen und Verletzungen auf den Pisten nimmt zu. Um massive Kopfverletzungen zu vermeiden, halten wir die Einführung einer Helmpflicht für sinnvoll“, sagten die Sportmediziner PD Dr. Vladimir Martinek von der Orthopädie Harthausen und Dr. Eberhard Mayer von Orthopädie Traunmed auf einem Ärztekongress in Ruhpolding. Rund 60 Ärzte und 30 Physiotherapeuten diskutierten auf der viertägigen Veranstaltung nicht nur theoretisch über die Sicherheit und die Behandlung von Verletzungen beim Wintersport. In zahlreichen Workshops ließen sie sich auch von Profis in die neueste Technik beim Skifahren, Biathlon oder Eishockey einführen. „In Sachen Helmpflicht haben wir eine einheitliche Linie: sie sollte eingeführt werden“, betonte Mayer.

Nach Ansicht der Mediziner hat insbesondere die Carving-Technik zu einer rasanten Zunahme der Verletzungen geführt. „Die Skifahrer gehen mit viel Schwung in die Kurven, sie sind schneller unterwegs, und sie unterschätzen die Geschwindigkeit.“ Außerdem, so Martinek weiter, braucht ein Carver für einen Schwung mehr Platz als mit der früheren Technik. „Dadurch werden die Pisten für die Skifahrer kleiner, und das bei einer höheren Geschwindigkeit. Nicht zuletzt deshalb gibt es auch mehr Unfälle.“ Viele Skifahrer erleiden beim Sturz oder beim Zusammenprall auf der Piste nicht nur Kopfverletzungen, sondern auch Kreuzbandrisse oder Brüche des Unterschenkels. Die Folge sind Operationen und Arbeitsausfälle über einen längeren Zeitraum hinweg. „Die Kreuzbänder oder Unterschenkel kann man im Gegensatz zum Kopf nicht schützen“, erläutert Martinek. „Eine Prophylaxe wie Schienen an den Kniegelenken, so genannte Orthesen, hat sich nicht bewährt.“ Wichtig für die Skifahrer sind deshalb die richtige Vorbereitung auf die Saison mit Skigymnastik und eine perfekt eingestellte Bindung.

Besonders viel Geduld brauchen Brettlfans nach einem Riss des vorderen Kreuzbands. Denn eine Operation ist hier unumgänglich. Die Orthopäden ersetzen das Band mit einer körpereigenen Sehne. Bis diese Sehne die volle Funktion des Kreuzbandes übernimmt, vergehen im Durchschnitt mindestens neun Monate. In dieser Zeit sollte man auf Sportarten wie Fußball, Handball oder Skifahren verzichten. Männer haben beim Kreuzband übrigens bessere Karten als Frauen. Nach einer neuen Studie spielt der Östrogenspiegel für die Stabilität des Kreuzbandes eine große Rolle. „Östrogene sind Weichmacher“, so Martinek. „Deshalb ist das Kreuzband beim Mann offensichtlich stabiler als bei Frauen.“ Der Sportmedizinkurs in Ruhpolding ist eine gemeinsame Veranstaltung der Orthopädie Harthausen in Bad Aibling und der Orthopädie Traunmed in Traunreut unter der Schirmherrschaft der Schön Klinik Harthausen. Die Veranstaltung findet zweimal jährlich – im Sommer und im Winter – statt und hat sich inzwischen bei Ärzten und Physiotherapeuten sehr gut etabliert. Zum ersten Mal musste eine Warteliste eingerichtet werden, weil der Kurs schnell ausgebucht war. Weitere Infos gibt es unter www.sportmedizin-kurs.de oder telefonisch unter 08061/ 90 1012.

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