Hand - Rheuma

Einführung

Die  Handgelenksarthritis wird geprägt durch schmerzhafte Gelenk- und Sehnenschwellungen. Schon bald ist bei den Patienten die  Unterarmdrehbewegung eingeschränkt, beim Festhalten an Griffen bemerken die Patienten einen Kraftverlust. Der Entzündungsprozess  beginnt bevorzugt ellenseitig und setzt sich zu den  Strecksehnen und zum Ellenköpfchen fort. Die Krankheit breitet sich weiter aus, so werden unter anderem auch die Handwurzelgelenke befallen.

Bereits in den ersten beiden Erkrankungsjahren werden bei 40% der Patienten radiologische Veränderungen mit bis zu 67% klinisch-symptomatischen Gelenkbefall nachgewiesen. Bei einer Verlaufsdauer der Erkrankung von mehr als 10 Jahren ist fast regelmäßig mit klinischen und radiologischen Veränderungen sowie mit mehr oder minder ausgeprägten Funktionsdefiziten zu rechnen.


Der Verlauf der rheumatischen Entzündung am Handgelenk


Der Destruktionsprozess beginnt meist im Ellenköpfchengelenk Die Gelenkschleimhaut entzündet sich und verdickt. Das schwächt die Gelenkkapsel und die Bänder, der Hand werden instabil. Entzünden sich auch die Sehnen, so kann das zu Abrissen der ellenseitigen Strecksehnen führen. Bei einem voll ausgeprägten Rheuma im Handgelenk ist das Ellenköpfchen verschoben, die Patienten können den Unterarm nur eingeschränkt und unter Schmerzen drehen, und die Strecksehnen sind gerissen. Knorpel und Knochen werden zunehmend zerstört. Es kommt zu einer zunehmenden Handgelenksfehlstellung: die Handwurzel rutscht ab, die Mittelhand weicht ab, und die Langfinger weichen ellenseitig ab. Man spricht dann von einer Zick-Zack-Deformität.


Trotz der häufig gravierenden Hand- und Fingerdeformation besteht eine erstaunliche Anpassungsfähigkeit des Rheumapatienten an den meist intervallartig, langsam fortschreitenden Verlust der Handfunktion. Der objektivierbare Funktionsverlust bei wichtigen Alltagsfunktionen wie Waschen, Kämmen, An- und Ausziehen wird lange Zeit über die Nachbargelenke kompensiert und ein erhaltener Daumenstrahl, insbesondere das selten betroffene Daumensattelgelenk, stellen rudimentäre Greiffunktionen sicher.

Weil Bewegungsverluste so kompensiert werden, kommen die Patienten oft viel zu spät zum Rheumaorthopäden. Dabei wären präventive Operationsverfahren durchaus Erfolg versprechend. Wir setzen auf eine enge interdisziplinäre Kooperation zwischen Rheumaorthopäden und internistischen Rheumatologen, um rechtzeitig einen Therapieplan für die rheumatische Hand unter Berücksichtigung der gesamten Funktionskette der oberen Extremität zu erstellen. So können wir den drohenden Funktionsverlust dieses wichtigen Schlüsselgelenks für die Hand- und Fingerfunktion abwenden.

Mit Röntgenaufnahmen, einer Ultraschalluntersuchung und in Ausnahmefällen mit einer Kernspintomographie oder Computertomographie erhalten wir einen guten Überblick über das Krankheitsbild.


Operative Maßnahmen


Bevor die Indikation zur Operation des rheumatischen Handgelenks gestellt wird, ist eine individuelle Bedarfs-Funktions-Analyse notwendig. Wir erarbeiten einen Therapieplan, der für jeden Patienten individuell je nach Befallsmuster und Krankheitsaktivität ausgefertigt wird. Ziel des operativen Eingriffs ist es, ein langfristig schmerzfreies und stabiles Handgelenk mit einem funktionell ausreichenden Bewegungsradius sicher zu stellen. Die operative Versorgung sollte möglichst frühzeitig erfolgen. Nach heutigem Stand der Medizin sollte eine Operation in Betracht gezogen werden, wenn die konservative Therapie nach 6 – 8 Wochen ohne Erfolg geblieben ist.  Je nach Destruktionsgrad des rheumatischen Handgelenks unterscheiden wir zwischen präventiven oder Gelenk erhaltenden und rekonstruktiven Operationsverfahren.