Hand - Karpaltunnel-Syndrom

Bei diesem Syndrom handelt es sich um eine Einklemmung des Mittelhandnerven (Nervus medianus) im beugeseitigen Handgelenkskanal (Karpaltunnel). Der Karpaltunnel ist eine schmale, halboffene Rinne, durch die der Medianusnerv und die Beugesehnen vom Unterarm in die Hand verlaufen. Nach oben wird der Kanal von einer Bindegewebsplatte abgedeckt. Das Karpaltunnelsyndrom kommt bei Frauen häufiger als bei Männern vor. Das Verhältnis ist etwa 70 zu 30.


Die Ursachen

In vielen Fällen lässt sich die Ursache nicht sicher feststellen. Möglicherweise spielen hormonelle Ursachen bei Frauen in der Menopause eine Rolle. Der hormonelle Wechsel führt zum Anschwellen des Gleitgewebes im Karpaltunnel und zu erhöhtem Druck auf den Nerven. Entzündlichen Veränderungen der Beugesehnen bei degenerativen oder rheumatischen Erkrankungen. Führen ebenfalls zu einer Kompressionswirkung auf den Nerven im Hohlhandtunnel. Schließlich können traumatische Verletzungen und deren Folgeerscheinungen zu erhöhten Druckverhältnissen im Karpaltunnel führen.


Die Symptome

Der Patient gibt häufig ein nächtliches Erwachen mit Schwellungsgefühl und Kribbeln der Hand bis in die ersten drei Langfinger an. Im weiteren Verlauf können ein Schwächegefühl und ein zunehmender Verlust der Hautsensibilität – bis hin zum totalen Gefühlsverlust hinzukommen. Je nach Dauer stellt sich dann auch eine sichtbare Verschmächtigung der Daumenballenmuskulatur ein.


Die Diagnose


Neben den Untersuchungsbefunden durch den Orthopäden sollte die Diagnose durch den Nervenarzt gesichert werden. Der Neurologe bestimmt durch elektrische Stimulation die Ausbreitungsgeschwindigkeit der Nervenimpulse (Nervenleitgeschwindigkeit) im Mittelhandnerv. Anhand der Verlangsamung der Nervenleitgeschwindigkeit gegenüber Normwerten wird die Diagnose gesichert und der Schweregrad der Nervenschädigung festgelegt.


Die Behandlung


Je nach Ausmaß und Dauer der Beschwerden können konservative Behandlungsstrategien mit kurzfristiger Ruhigstellung, entzündungshemmenden Medikamenten, Kortisoninjektionen und mit der Gabe von Vitamin B erfolgreich sein. Erst wenn diese konservativen Maßnahmen nicht zum dauerhaften Erfolg führen, sollte eine Operation erwogen werden.


Die Operation

Das Prinzip ist die Erweiterung des Karpaltunnels durch Spaltung des Karpaltunneldaches. Der eingriff wird in der Regel ambulant durchgeführt. Wir favorisieren die offene Operation mit Durchtrennung der Haut über dem Karpaltunneldach. Die endoskopische Operationsmethode hat den Nachteil der geringeren Übersicht mit erhöhtem Risiko für Verletzungen der Nerven oder Sehnen im Karpaltunnel. Mit dem offenen Verfahren lassen sich zudem die Begleitpathologien der Sehnenscheiden (entzündliche Wucherungen des Sehnengleitgewebes), Ganglien (Überbeine) oder knöcherne Veränderungen im Karpaltunnel therapieren.


Die Nachbehandlung


Stützverband des Handgelenkes für 5 bis 10 Tage, Kontrolle des Wundheilungsverlaufs, entzündungshemmende Maßnahmen und Physiotherapie